Mittwoch, 3. Juni 2009
III
Das Zauberwort ist Sand und 'unendlich' ist zu groß, um es zu beschreiben. Wir spielen Kind, schlagen Wellen auseinander und atmen. Salz brennt doch nicht in offenen Lungen. Das Zauberwort bist du.
Mittwoch, 20. Mai 2009
Tödlich
Es pocht hinter den Schläfen:
Ein treibender Rhythmus
ohne Pause.
„Worte sind Macht.“,
sagte ich Unwissende.
Sie haben mich
süß gefesselt,
sich giftig in meinen Kopf geschlängelt
und dort festgesetzt.
Es pocht hinter den Schläfen:
Ein bleibender Rhythmus,
explosiv.
Es pocht.
8.4.09
I
Ich bin stumm geworden vor der Sonne in deinen Händen und dem Meer in deinen Augen. Stille Wasser sind tief, doch in denen zwischen deinen Wimpern versinke ich. Um dort zu atmen, brauche ich keine Luft.
II
Zwischen Nacht und Morgen ist die Grenze verwischt, wenn du von Zukunft sprichst. Die großen Worte lassen mich fliehen und ich zittere zwischen Kleinkunstzeilen, bis deine Hand mir sicher zeigt: Zauberei ist Wirklichkeit.
23.4.
Dienstag, 23. Dezember 2008
beinahe
asphalt unter den sohlen
und das schwache gefühl
von ewigkeit im nacken
ich schweige in den wind
taste mich durch die nacht
mit einer hand auf dem herzen
über uns ist schwerelosigkeit
das einzige was zählt
bist du
22.12.08
Mittwoch, 1. Oktober 2008
Zeitvergessen / Unschärfe
Zwischen den Momenten
träumt das Leben vor sich hin:
Es vergisst den ganzen Herzscheiß,
der durch unsere Adern pulsiert.
Die Kreissäge Verstand aber steht
niemals still und man wartet vergeblich
auf Tränen.
(still in progress)
Textblind
Zum Glück geht die Sonne auch
zwischen den Zeilen von Goethes "Prometheus"
unbeeindruckt auf.
Sie blendet ignorant
die Meister der Aufklärung und mordet noch
den letzten Schlaf hinweg.
Im Exil angekommen,
fängt es an zu regnen.
Verjährt
Fünf Gestalten wandern
im Nebel - die Arme und Beine
überlang
gezogen von der Schwere,
mit der das Wasser drückt.
Die Augen triefend,
träumend und dürr.
Sie taumeln
durch die weiße Wüste,
auf ihrer Haut
ein Labyrinth.
Sie staksen ziellos
auf ihr Ende zu:
Immer weiter, weiter, weiter
bis der Gips sich löst
und eine Jahre alte Schlagzeile enthüllt.
30.9.08
Sonntag, 28. September 2008
Narrenspiel
Zwischen leeren Blättern treibt der Gehängte sein Unwesen in Mondrichtung. Der viel zu leichte Wind erlischt hinter ihm im Abendlicht und das Kratzen seines Strickes übertönt die krächzenden Krähen. Er wischt einen Stern ins Firmament und streicht mit Tannennadeln Fußabdrücke in ein Wort. Seine Hände schlucken die Lichtinseln, die so selten noch aus der Nacht rieseln. Korn für Korn legt er Silben aneinander. Beim Vorbeigehen wirbelt sein langsames Tänzeln keinen Staub. Er liest das Vermissen aus meinen Augen und begräbt es nah an deinen Füßen. Im Morgen lässt er dich darüber träumen, bevor er in knisterndem Papier Ruhe schreibt.
26.5.08
Trivialitäten
Der Schatten, der
an jenem Morgen durch das Milchglas
fiel, war sofort
tot.
"Er hatte keine
Schmerzen.", stand im Bericht,
"Er verstarb noch
am Unfallort." - Ein kleiner Trost wohl
war ihm der Lichtkegel einer Schreibtischlampe,
die jemand aus Bequemlichkeit
angelassen hatte.
Montag, 22. September 2008
Atemlos
Der Angelhaken zwischen den Rippen
raubt mir die Sprache und zerrt
raubt mir die Sprache und zerrt
unbarmherzig in Richtung Hafen.
Dort kramt der Regen
zaghaft im Wind: Die Sucht
nach Salz macht ihn stark.
Donnerstag, 4. September 2008
Kopflos
Es klingt sommerlichtig
in der Ferne.
Vor dem Fenster kriecht der Wind,
während wir uns durch die Zeit trinken:
Die Sekunden sind heiß, die Minuten waldmeisterlich.
Trocken tropfen Stunden aus den Uhren.
Die Tür bleibt beharrlich
geschlossen.
1.9.08
Dienstag, 26. August 2008
Donnerstag, 7. August 2008
Trocken
Zwischen jede Nacht
schiebt sich ein Tag,
der den Sternenhimmel frisst.
Zurück bleiben nur Krümel.
Wie immer, wenn der Sand tickt.
Donnerstag, 24. Juli 2008
Trocken
Lasst kein Wasser mehr
fallen in das Meer
aus Salz.
Das Gemisch ist überflüssig
geworden in unserer
durstenden Welt.
Windend
Der Regen fällt zu schnell,
als dass die Tropfen noch das rote
Abendlicht einfangen
und es grün färben könnten.
Zwischen den Strahlen
zischt unwirsch ein Lufthauch:
Ihm steht die warme Farbe nicht,
die die Dämmerung ihm gab.
Auf leisen Pfoten streift
die Nacht heran und legt
dem Wind eine Trense an
aus dunkelblauem Leuchten.
Ungerührt ziehen die Wolken
weiter und lassen Nacht
und gezähmte Luft
mit den Sternen allein.
Mittwoch, 23. Juli 2008
Federlos
(Lass mich über
deine Träume streifen
und schwarze Punkte auf sie malen.)
Ich will schreiben,
was du denkst, aber
du machst es
mir nicht einfach.
Du sprichst nur selten
von den Blumen in deinen Augen.
Ich bin mir nicht sicher,
dass du sie wirklich kennst.
Ich werde langsam
wahnsinnig,
wahnsinnig verrückt
nach dir.
Sonntag, 6. Juli 2008
Schwerelos
Leise lachen die Erdbeeren
zwischen den Wolken
und einem übervollen Sommerwind.
Auf den Spitzen
der Sonne tanzen ihre Blätter Tango
zum Takt der Schwalbenschwingen.
Süß bemalter Beerenduft webt
Drachenlinien in die Luft,
die sandkornweit von Träumen kündet.
Sonntag, 8. Juni 2008
Glasig
Du tanzt über Regentropfen,
um den blauen Bernstein zu finden,
der sich unter meinen Füßen wellt.
Ich stehe schattig
zwischen heimtückischen Abenden
und rieche deine schwankenden Spuren.
Die Luft erkaltet langsam
und wirft noch eine Ozeanfarbe
vor deine halbblinden Augen.
7.6.08
Samstag, 7. Juni 2008
Endend
Sicherheit ist
immer wieder mehr
Schein als sein.
Ein Flüstern fliegt
durch den Rauch der Wimpernfeuer.
Langsam streichen Blicke über
die greifbare Nähe.
Zitternd trägt die Nacht
ihre Sterne an den Himmel.
Traurig heftet sie einen
nach dem anderen dort fest.
Für immer.
4.6.08
Fetzen
Ich würde gerne träumen können, von dir und von mir und von den weißen Rosen, die du mir schenkst, irgendwann. Doch der Schlaf ist heimtückisch und wird feiger mit jeder Nacht, die sich zwischen uns schiebt. Mein Atem trommelt im Takt deiner Wimpernschläge und Stille zerreißt dein Haar. Sanft schleicht ein Wind zwischen den Schatten: Er trägt Blütenblätter durch's Geäst.
3.6.08
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